Actions

Work Header

Der Sommer der alles verändern sollte

Summary:

Eine Fanfiction zu The Summer I turned Pretty

Chapter 1: Die Ankunft

Chapter Text

Das Auto fuhr vor unsere Einfahrt. Mein Bruder. Ich hatte mich das ganze Jahr auf ihn gefreut. Er ging aufs College – beziehungsweise ging er dort hin und hatte jetzt seinen Abschluss in der Hand. Er konnte machen, was er wollte.

Ich war noch auf der Highschool, zusammen mit Taylor, meiner besten Freundin. Sie stand seit der fünften Klasse an meiner Seite und war einfach die Beste auf der Welt.

Normalerweise würden wir jetzt direkt zum Sommerhaus in Cousins fahren, aber das würde wohl erstmal nichts werden. Zumindest nicht, bis Steven fertig mit Packen war.

»Belly, tut mir leid, dass ich dir die Freude nehmen muss, aber das wird der letzte Sommer in Cousins. Du sollst dich mehr auf die Schule konzentrieren und ich muss mit Susannah noch viel klären. Deshalb passt Steven auf dich auf und Taylor kann auch bei dir bleiben.«

»Aber das war so eigentlich nicht geplant«, murmelte ich.

Eigentlich hätte ich es mir denken können. Mom war ständig mit Susannah in Kontakt gewesen, mehr als sonst, und hatte sich weniger um uns gekümmert.

Trotzdem ging ich die Treppe hoch und holte meine Sachen. Ich vermisste Jeremiah und Conrad jetzt schon. Sie vielleicht das letzte Mal zu sehen, tat weh und raubte mir schon jetzt den Atem.

Ich stieg ins Auto ein und wartete, bis Steven und Mom ebenfalls draußen auftauchten. Meine Mutter schleppte wie immer den halben Kühlschrank mit sich herum, weil sie dachte, es wäre unhöflich, wenn wir uns alles von ihnen kaufen ließen – nur weil sie reich waren.

Ich öffnete Instagram und sah mir eine Story von Jeremiah an. Ein oberkörperfreies Bild von ihm. Ich likte es direkt, steckte meine Kopfhörer in die Ohren und schaute aus dem Fenster.

Die ganze Fahrt über schlief ich und wurde erst spät abends geweckt.

»Belly, wir sind da. Komm, ich bringe dich hoch in dein Zimmer, dann kannst du weiterschlafen.«

Steven trug mich die Treppe hoch. Ich war so hundemüde, dass ich einfach nur noch ins Bett wollte. Kaum lag ich dort, schlief ich direkt ein – noch in den Klamotten, die ich den ganzen Tag getragen hatte.

Am nächsten Morgen wurde ich von den Sonnenstrahlen geweckt. Ich liebte den Sonnenaufgang hier in Cousins. Normalerweise waren meine Rollläden unten, wenn ich schlief, aber eigentlich war es besser so. Mein Schlafrhythmus war komplett verschoben – normalerweise wurde ich nie vor elf Uhr wach.

Als ich die Treppe herunterging, sah ich direkt Susannah und meine Mom in der Küche stehen. Sie aßen irgendetwas vom Bäcker.

Ich rannte sofort auf Susannah zu und umarmte sie.

»Belly, du bist aber groß geworden.«

»Sie sieht toll aus«, flüsterte sie meiner Mutter zu.

Und ja, sie hatte recht. Ich hatte mich verändert. Keine Brille mehr und auch keine Zahnspange.

Ich setzte mich an den Tisch und begann meine Cornflakes zu essen.

Plötzlich erschien Jeremiah im Türrahmen.

»Ihr seid ja da! Belly, du bist groß geworden. Was ist passiert?«

Ich sprang auf und rannte zu ihm. Er hob mich mit seinen Armen hoch. Muskulöse Arme. Die hatte er letztes Jahr definitiv noch nicht gehabt.

Nicht nur ich hatte mich verändert. Auch das Sommerhaus – beziehungsweise die Menschen darin.

Meine Mutter hatte sich von meinem Vater scheiden lassen. Susannah ging es psychisch und körperlich nicht gut. Jeremiah war muskulöser geworden.

Aber wo war Conrad? Normalerweise war er immer schon ab sechs Uhr wach und schwamm im Meer.

Ich schob den Gedanken sofort beiseite.

»Wollen wir an den Strand, Belly?«

»Klar. Lass mich nur kurz zu Ende essen.«

Mit einem breiten Grinsen ging Jeremiah wieder hinaus. Er grinste wie ein Hund, der gerade eine Massage bekommen hatte. Jeder mochte Jeremiah. Da gab es kein Nein.

Aber wenn ich daran dachte, dass das unser letzter Sommer zusammen sein sollte, wurde mir schlecht. Trotzdem würde ich versuchen, ihn zum besten Sommer unseres Lebens zu machen.

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Conrad die Küche betrat. Sobald er mich sah, lächelte er.

Ich lächelte zurück, öffnete meine Arme und er zog mich sofort in eine Umarmung.

»Ich wollte eigentlich auf euch warten und mit dir schwimmen gehen. Aber als ich gehört habe, wie spät ihr ankommt, bin ich doch schlafen gegangen.«

»Alles gut. Jeremiah und ich wollten gleich an den Strand. Willst du mitkommen?«

»Nee, lass mal. Ich wollte später noch weg.«

»Oh, Conni, geh doch mit. Belly und Steven sind nur eine Woche hier«, sagte Susannah.

Er sah sie mit diesem Blick an, als wäre sie ihm zu nah gekommen.

»Belly hat dich schon vermisst. Also tu ihr das nicht an.«

Conrad senkte den Blick.

»Diesen Satz möchte ich diesen Sommer nicht hören. Du weißt genau, wie sehr mich das zerbricht.«

Ich sah ihm in die Augen und bemerkte, wie Tränen seine Wangen hinunterliefen.

Plötzlich nahm er meine Hand und zog mich mit an den Strand. Allein wie er meine Hand hielt, ließ mein Herz warm werden.

Ich liebte Conrad immer noch.

Aber was, wenn Jeremiah eigentlich die richtige Wahl war?

Ich wusste es einfach nicht.

 

Fortsetzung folgt